Der Aufstieg des Rechtspopulismus und des Rechtsextremismus im Zuge der Migrationskrise

Pisoiu

Veranstaltung, Summary 15.06.2016

Workshop

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Am 15. Juni 2016 veranstaltete das Österreichische Institut für Internationale Politik das Inhouse-Seminar mit dem Titel „Der Aufstieg des Rechtspopulismus und des Rechtsextremismus im Zuge der Migrationskrise.“ Als Teil des Panels, setzte Univ.-Doz. Dr.in Brigitte Bailer das Thema in einen historischen Kontext: Rechtspopulismus sei kein neues Phänomen, sondern eines, welches Österreich schon seit Jahren beschäftige. Deshalb könne man die Migrationskrise auch nicht als Ursache bezeichnen. Viel mehr wirke sie als Beschleuniger, während ein Gefühl der Unsicherheit, welches sich in der Bevölkerung breitmache, als wahrer Grund gesehen werden könne. Der Rechtspopulismus erfahre so zurzeit wieder ein Hoch, wobei die Bevölkerung nicht rechter sei als vor 30 Jahren, sondern, auch durch den Einfluss sozialer Medien, lediglich offener rechts. Forschungen zu diesem Thema, z.B. im Sinne von Einstellungsstudien fehlten massiv. Diese Einschätzung des Forschungsstandes wurde von Dr. Bernhard Weidinger geteilt, der im Folgenden expliziter auf Rechtsextremismus einging. Eingebettet in ein gesellschaftliches Klima, welches Rechtsextremismus legitimiere, sei die Anzahl der rechtsextremen Straftaten im letzten Jahr drastisch gestiegen. Gleichzeitig habe in der rechtsextremen Szene eine gewisse Modernisierung stattgefunden, die ihren Höhepunkt in den Identitären fand. Dr.in Edma Anajovic berichtete vom Inhalt des rechtsextremen, bzw. populistischen Diskurses, wie er in Österreich geführt werde. Vor allem Anti-Muslimischer Rassismus, Ethnopluralismus und Xeno-Rassismus seien in Österreich vorherrschend. Eine neue Entwicklung sei es, dass feministische Argumente instrumentalisiert werden um die eigene „Wir-Gruppe“ von „den Anderen“ abzugrenzen. Natascha Strobl ging auf die Entstehung der „Neuen Rechten“ in Europa ein, im Zuge welcher die Identitären in Österreich Fuß fassen konnten. Die Inhalte dieser Bewegung seien dabei gar nicht so neu, ihre Strategien hingegen schon. Die Identitären erlebten zurzeit eine Hochphase, was aber auch auf die übermäßige oft unkritische Berichterstattung zurückzuführen sei. Allgemein wurde deutlich, dass sowohl Rechtspopulismus als auch Extremismus gegenwärtig einen Aufschwung erfahren, die Forschung zu diesem Thema jedoch deutlich zurückbleibt.

Die gesamte Zusammenfassung des Workshops finden Sie hier.

ReferentInnen
Hon.-Prof. Univ.-Doz. Dr.in Brigitte Bailer

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW)
Dr. Bernhard Weidinger

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW)
Mag.a Edma Ajanovic
Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
MMag.a  Natascha Strobl
Co-Autorin vom Buch „Die Identitären: Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa“ (zusammen mit Kathrin Glösel, Julian Bruns)

Einleitung
& Moderation
Dr.in Daniela Pisoiu

oiip

Mittwoch, 15. Juni 2016
16:00 Uhr

oiip
Berggasse 7, 1090 Vienna

Programm