Die zypriotische Hürde: Stand und Perspektiven des Zypernkonflikts und die Implikationen für den EU-Beitrittsprozess der Türkei

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Arbeitspapiere 16.07.2013

Arbeitspapier 70/ Juli 2013 von Hakan Akbulut

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Für die Türkei, die seit den 1950er Jahren eine Aufnahme in die EU anstrebt, gilt es neben der Notwendigkeit, Verhandlungen in 35 Kapiteln zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, zusätzlich noch die „zypriotische Hürde“ zu überwinden. Während ihr eigener Beitrittsprozess nur schleppend vorangeht und ein erfolgreicher Abschluss vorerst nicht abzusehen ist, wurde Zypern (de facto lediglich der griechische Teil) 2004 in die EU aufgenommen. Nachdem die Insel seit der türkischen Invasion im Sommer 1974 zwischen Inselgriechen und Inseltürken geteilt ist und die Türkei nach wie vor ca. 30.000 Soldaten auf der Insel stationiert hält, war zu erwarten, dass die griechisch-zypriotische Seite von nun an diesen Vorteil für sich zu nutzen wissen würde. Der Zypernkonflikt hatte eine neue Dimension angenommen. Dieses Papier resümiert den jahrzehntelangen Verhandlungsprozess auf der Insel, beleuchtet die Implikationen der EU-Aufnahme der Republik Zypern für die Wiedervereinigungsbemühungen sowie für die EU-Beitrittsambitionen der Türkei, skizziert neue Verwerfungslinien, die sich aufgrund der Erdöl- und Gasfunde im östlichen Mittelmeer ergeben, analysiert die aktuelle politische Lage auf der Insel und geht auf die Frage ein, ob mit einer baldigen Beilegung des Zypernkonflikts zu rechnen ist.