"Nachdenken über Europa" Bosnien-Herzegowina

Dzihic

Aktuelles 29.08.2014

Vedran Dzihic im Europa-Journal Ö1

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Im Gespräch mit Karin Koller
Moderation: Cornelia Krebs
29. August 2014

oe1.orf.at/programm/380350

Es ist ein Land an den Toren der Europäischen Union, ein Land, das noch immer von den Kriegen der 1990er Jahre geprägt ist, ein Land, das ethnisch geteilt und politisch blockiert ist, ein Land, das man in Europa gerne vergisst - Bosnien-Herzegowina.

Heuer ist Bosnien aber mehrmals in den Fokus der europäischen Öffentlichkeit getreten - da war zum einen das große Gedenkjahr 1914-2014, 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, aber es waren auch die Massenproteste der bosnischen Bevölkerung, die gezeigt haben, dass die Menschen doch nicht mehr gewillt sind, eine politisch völlig festgefahrene und wirtschaftlich extrem prekäre Situation weiter hinzunehmen. Und dann das schreckliche Hochwasser, das das krisen- und problemgeschüttelte Land im Frühsommer 2014 heimgesucht hat. Jetzt im Herbst finden Wahlen statt, in einem Land, das von einer Post-Dayton-Verfassung in einer ethnischen Teilung einzementiert ist, wo nationalistische Politiker die ethnische Karte spielen, wenn es doch nur um den eigenen, persönlichen Vorteil geht.

Gibt es Chancen für dieses Bosnien, zu einem europäischen funktionierenden Staat zu werden? Kann es das allein bewerkstelligen, oder geht das nur mit Hilfe der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft? Darüber spricht Karin Koller im letzten unserer diesjährigen Europajournal-Sommergespräche mit Vedran Dzihic, dem Bosnien-Experten des Österreichischen Instituts für Internationale Politik.