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Executive Summary

Islamismus wird meist im Kontext terroristischer Organisationen und Aktivitäten diskutiert. Islamis-mus ist aber ein viel komplexeres Phänomen das ein breites Spektrum an Akteuren, Methoden und politischen Zugängen umfasst. Die Bandbreite reicht von Moderaten, die sich in das System integrieren wollen bis zu Extremisten, die das System gewaltsam umkehren wollen. Kleinster gemeinsamer Nenner dieser unterschiedlichen Gruppen, Organisationen, Bewegungen und Parteien ist, dass sie sich in ihrer Weltsicht und ihren politischen Programmen am Islam orientieren, bzw. diesen als einen Leitfaden für politisches Handeln betrachten. Das vorliegende Arbeitspapier untersucht aus unterschiedlichen Perspektiven und regionalen Zugängen die Dynamiken und Veränderungen denen islamistische Bewegungen in den verschiedenen Kontexten ausgesetzt sind. Damit soll aufgezeichnet werden, dass Islamismus kein statisches Feld ist, sondern sich in Bewegung befindet. Dies gilt für die sogenannten Mainstream Islamisten wie die Muslimbruderschaft oder Ennahda ebenso wie für salafistische Bewegungen bzw. deren dschihadistische Ausprägungen. In all diesen Fällen sind die Akteure in ihrem Handeln nicht von irrationalen oder theologischen Überlegungen, sondern vielmehr von rationalen politischen Entscheidungen geleitet. Das Arbeitspapier geht im Detail auf die Muslimbruderschaft in Ägypten, die Ennahda Partei in Tunesien, den Wandel der AKP in der Türkei, den Aufstieg salafistischer Gruppen in Bosnien sowie die Dynamiken hinter dem IS ein.