Weinen vor Plastikblumen
Weinen vor Plastikblumen
Weinen vor Plastikblumen
Buch von Vedran Džihić
Wasser Publishing, Oktober 2026
Bis heute frage ich mich immer wieder, ob man mit drei Worten die Welt heilen und Tränen der Angst, des Leids und des Schmerzes für immer stoppen kann? Kann man mit drei Worten die Liebsten vor der Welt und ihren Gefahren bewahren?
Am 4. Mai 1980 – Vedran Džihić ist vier Jahre alt – findet ein Fußballspiel zwischen Roter Stern Belgrad (Serbien) und Hajduk (Kroatien) statt. Plötzlich die Nachricht: Tito ist gestorben – die Fußballer brechen weinend auf dem Rasen zusammen. Eine kollektive Trauer erfasst das ganze Land, und bis heute fragt sich Vedran Džihić : Waren diese Tränen echt?
Nun wagt er den Blick in seine eigene Geschichte des Weinens als Sohn, Vater, Mann und verknüpft sie mit großen gesellschaftlichen Umwälzungen. Feinfühlig nähert er sich dem jungen Vedran, der nach Krieg und Flucht das Weinen verlernt
hat. Džihić enthüllt die Mechanismen der falschen Tränen von Diktatoren, erzählt von Momenten der Rührung mit seinen Töchtern, wundert sich über Männlichkeitsmythen – und feiert das Weinen als subversive Kraft, die uns sichtbar werden lässt: als Menschen.