Warten auf Europa: Die EU-Erweiterung in unsicheren Zeiten

Warten auf Europa: Die EU-Erweiterung in unsicheren Zeiten

Vedran Džihić
Senior Researcher

Jahrzehntelang war die „europäische Perspektive“ für den Westbalkan ein fernes Versprechen. Heute hat sich die geopolitische Lage gewandelt. Der Krieg Russlands in der Ukraine hat die EU-Erweiterung von einem bürokratischen Prozess zu einer sicherheitspolitischen Notwendigkeit gemacht. Doch je voller der „Warteraum“ wird, desto größer wird auch die Frustration. Wie ist die Lage in den einzelnen Kandidatenstaaten, und wie gut sind sie auf einen Beitritt vorbereitet? Wie geeignet und realistisch ist die Idee einer schrittweisen Integration der betreffenden Länder in die EU? Welche Reformen muss die EU durchführen, um erweiterungsfähig zu sein? Wie muss der Erweiterungsprozess aufgesetzt werden, um erfolgreich abgeschlossen werden zu können?

Darüber diskutierten wir am 16. Juni 2026 tagsüber zunächst im Rahmen eines Workshops bei uns am Karl-Renner-Institut und am Abend bei einer öffentlichen Veranstaltung am International Institute for Peace (IIP). Donika Emini von der Balkans in Europe Policy Advisory Group, Olga Pindyuk vom Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche, die österreichische Diplomatin Ulrike Hartmann sowie Hannes Swoboda, Präsident des IIP, wirkten daran mit. Vedran Džihić vom Österreichischen Institut für internationale Politik (oiip), dem dritten Mitveranstalter, moderierte die Diskussion in englischer Sprache. Die Veranstaltung fand im Rahmen unserer Initiative „Young Generations for the New Western Balkans“ statt, die darauf abzielt, die Perspektiven junger Menschen in den politischen Debatten über die EU-Erweiterung stärker in den Vordergrund zu rücken.