Senior:innen mit Migrationsgeschichte in Österreich

Senior:innen mit Migrationsgeschichte in Österreich

Judith Kohlenberger
Senior Researcher

Vedran Džihić
Senior Researcher

Sophie Reichelt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Lebensrealitäten, Bedürfnisse und Ressourcen von Senior:innen mit Migrationsgeschichte in Österreich
Endbericht
Projektleiterin: Judith Kohlenberger
Mitarbeiter:innen: Vedran Dzihic, Sophie Reichelt
Finanzierung: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Dauer: November 2024 – August 2025

Die erste Generation der sogenannten „Gastarbeiter:innen“ ist heute vielfach 70 Jahre oder älter und bleibt trotz ihres Beitrags zum Aufbau Österreichs in Forschung und Sozialpolitik unterrepräsentiert.

Im Auftrag des Sozialministeriums untersuchte ein Forschungsteam gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), wie ältere Menschen mit Migrationsgeschichte in Österreich altern. Grundlage der Studie sind qualitative Fokusgruppen mit Personen aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien, ergänzt durch eine Expert:innenrunde sowie eine Analyse bestehender Datensätze.

Im Mittelpunkt stehen qualitative Fokusgruppendiskussionen mit Senior:innen aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien – durchgeführt in den jeweiligen Erstsprachen, um echten Zugang zu ermöglichen. Ergänzt durch eine Expert:innen-Fokusgruppe sowie eine systematische Analyse der bestehenden Datenlage.

Zentrale Befunde: Die bestehenden Datensätze (Mikrozensus, EU-SILC, SHARE) erlauben kaum differenzierte Aussagen über ältere Migrant:innen; es braucht also dringend neue Erhebungsinstrumente. Inhaltlich zeigt sich: Diese Menschen sind keine passiven Problemgruppen, sondern handlungsmächtige Akteur:innen, die ihren Alltag aktiv und selbstbestimmt gestalten, trotz realer Vulnerabilitäten. Sie berichten hohe Lebensqualität, starke soziale Netzwerke, und klare Bleibeabsichten in Österreich, aber auch sprachliche Hürden im Gesundheitssystem und Diskriminierungserfahrungen.